Was Sie zu M.2-SSD-Komponenten wissen sollten

Artikel | Veröffentlicht am 21.01.2015
Was Sie zu M.2-SSD-Komponenten wissen sollten

SSD-Speichermedien haben einen großen Nachteil: Aufgrund der Serial-ATA-Anbindung können sie nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Dieses Dilemma soll die neue M.2-Schnittstelle beheben. SONA Knowledge Base nennt Unterschiede, welche Mainboards und SSDs es schon gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Im zweiten Teil dieser Chipsatz-Trilogie haben Sie eine Menge über die aktuellen Chipsätze von Intel mit den Bezeichnungen 1150 und 2011-3 erfahren. In diesem Beitrag haben wir unter anderem versprochen, mehr Informationen zum noch recht neuen M.2-Steckplatz zu liefern, an den sich besonders schlanke und schnelle SSD-Speicherbausteine anschließen lassen. Dabei gilt es allerdings einige Details zu beachten, was sowohl die infrage kommenden Mainboards als auch die SSD-Komponenten betrifft.

Die passende Mischung aus Leistung und Preis wählen

Mit den neuen Haswell-Chipsätzen von Intel rückt die SSD-Steckverbindung M.2 mehr und und mehr in den Fokus vieler Anwender. So unterstützt sowohl der Intel Z97 als auch der Intel H97 M.2-kompatible SSD-Komponenten. Dabei muss man allerdings darauf achten, welchen Schnittstellentyp das jeweilige Mainboard unterstützt. So gibt es derzeit M.2-SSD-Komponenten mit der klassischen Serial-ATA-Anbindung und M.2-SSDs vom Typ PCI Express. Dabei entfalten die PCIe-M.2-SSDs erst ihre maximale Geschwindigkeit, da bis zu vier PCI-Lanes zur Verfügung stehen. Damit sind dann theoretisch bis zu 32 Gigabit/s möglich. Im Vergleich dazu kommt die Serial-ATA-Verbindung der dritten Generation gerade mal auf 6 Gigabit/s.

Allerdings sind M.2-SSD-Bausteine mit PCI Express x4-Anbindung noch sehr rar gesät. So bietet beispielsweise die Firma Plextor mit ihrer SSD-Reihe M6E M.2-taugliche Bausteine, die PCI Express 2.0 x2 unterstützen, was 10 Gigabit/s entspricht. Das ist im Vergleich zu einer SATA-3-SSD immer noch eine Leistungssteigerung von etwa 45 Prozent. Aber auch SanDisk, Toshiba und Kingston haben M.2-kompatible SSD-Karten im Programm. Die Speicherkapazitäten reichen dabei von 80 bis 512 Gigabyte.

Das richtige Mainboard und die passenden SSD-Komponenten finden

Derzeit ist die Auswahl an M.2-tauglichen Mainboards und Rechnern noch recht eingeschränkt. So bietet beispielsweise Gigabyte mit dem GA-H97-D3H ein 1150-Sockel-Board, auf dem sich der Intel H97-Chipsatz befindet. Diese Hauptplatine unterstützt sowohl SATA- als auch PCIe-kompatible M.2-SSD-Bausteine. Dabei ist auf die richtige Länge der SSD-Komponenten zu achten, die einer ganz bestimmten Bezeichnung folgen. So bedeutet beispielsweise 2242 im SSD-Namen, dass das Modul 22 mm breit und 42 mm lang ist. Das ist beim Kauf der richtigen Komponenten unbedingt zu beachten. Zudem bieten ASUS und Supermicro entsprechende Mainboards an.

Achten sollte man beim Kauf des richtigen Mainboards auch auf die Einkerbungen, die die SSD-Bausteine aufweisen. Diese Einkerbungen nennen sich "Key" und kommen in den Ausprägungen M, B und M+B vor. Dabei gilt die Regel: Falls Sie M.2-SSDs vom Typ PCI Express x4 einsetzen wollen, muss die SSD-Komponenten einen M-Key aufweisen. Alle anderen, also Serial-ATA- und PCI Express x2-tauglichen SSDs verfügen über einen B-Key. Will man ganz sicher gehen, dass alle M.2-SSD-Typen unterstützt werden, sollte man sogenannte B+M-Steckkarten kaufen.

Ältere Mainboards M.2-tauglich machen

Falls man ein Mainboard besitzt, dass über keinen M.2-Steckplatz verfügt, besteht die Möglichkeit, dieses mithilfe eines M.2-Adapters in den Genuss schneller und kleiner SSD-Bausteine zu bringen. Hierfür gibt es PCI-Express-basierte Adapterkarten, die einfach in einen freien PCI-Express-Steckplatz gesteckt werden. Damit steht das volle SSD-Tempo zur Verfügung. Adaptec hat beispielsweise solch einen PCIe-Adapter im Portfolio.

Weitere Information zu Chipsätzen in den Teilen eins und zwei

Falls Sie weitere Details zu den aktuellen Chipsätzen benötigen, dürfen Sie uns gerne anrufen oder uns eine E-Mail schreiben. Oder Sie führen sich die Teile eins und zwei unserer Chipsatz-Trilogie zu Gemüte.

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Kommentare

  • M.S schrieb am 15/11/16 01:27 Uhr

    Guten Tag,

    besitze das Mainboard Gigabyte G1 Sniper 5....(Z87 Chipsatz) CPU: I7 4770 K G.K: Evga GTX 780 Classiefied. 16 GB Arbeitsspeicher G.Skill SSD 2 x Samsung 850 Pro 128GB Diverse HDD Festplatten.

    Da meine Person gerade erst auf M.2 per Neukauf eines Laptops im vorherigen Monat aufmerksam geworden ist, stellt sich mir die Frage, was mir so eine M.2 SSD mit Adapter in meinem Pc an Mehrleistung bringen würde? Es liest sich ja wunderbar was dort an potenzial vorhanden ist. Auf welche Werte würde man da kommen?

    Welche Karte würden Sie mir für dieses Gigabyte Board empfehlen?

    Ich stelle mir persönlich eine 128GB M.2 SSD vor. Mit passendem Adapter.

    Auf Antwort Ihrerseits würde ich mich freuen.

    Top Artikel, leicht verständlich, doch ich als Laie etwas unsicher in Sachen M.2 und deren Anbindung imDesktop Pc.

    Mit freundlichen Grüßen

    M.S

  • admin schrieb am 15/11/16 16:29 Uhr

    Hallo M.S., bei diesem Mainboard würde ich eine M.2-SSD nicht empfehlen, da die CPU maximal 16 PCIe-Kanäle bereitstellt, die in der aktuellen Konfiguration bereits alle der Grafikkarte zugeteilt sind. Man könnte natürlich die Grafikkarte auch nur mit 8 PCIe-Kanälen laufen lassen, aber dann hätte sie weniger Bandbreite zur Verfügung und würde langsamer laufen. Wenn Sie davon ausgehend noch Fragen haben, bitte immer her damit :)!

  • Hein Heim schrieb am 16/11/15 19:40 Uhr

    Hallo, ich nutze zurzeit den m.2 Steckplatz mit einer Delock m.2 SSD-Karte (256GB) auf einem ASUS H97-Plus Mainboard. Von dieser Karte boote ich mein Win. 8.1, x64. Mein Win. 10, x64 boote ich von einer normalen Sata HDD. Ich möchte dafür auch eine m.2 SSD-Karte in einer PCIe Steckkarte verwenden. Kann ich den Steckplatz PCIe-2 x16x4 verwenden, der für eine weitere Grafikkarte vorgesehen ist? Mit freundlichen Grüßen H.H.

  • admin schrieb am 16/11/17 09:26 Uhr

    Hallo, unser Technik-Guru sagt, prinzipiell sollte das Funktionieren, sofern eine NVMe M.2 eingesetzt wird (AHCI M.2 werden hier nicht unterstützt). Aufgrund der Beschränkung auf PCIe 2.0 Standard wird jedoch nicht die maximale Leistung aktueller PCIe 3.0 M.2 SSDs erreicht!