Wie das Internet funktioniert - Teil 5: Computerforen

Artikel | Veröffentlicht am 08.11.2016
Wie das Internet funktioniert - Teil 5: Computerforen

Die ersten Schritte des Internets datieren aus dem Jahr 1957, seitdem erfindet sich das weltumspannende Netz quasi täglich neu. Mit diesem 7-teiligen Special zeigt SONA Knowledge Base, wie das Internet funktioniert und warum es mittlerweile unverzichtbar ist. Teil 5 beschäftigt sich mit Computerforen, in denen sich Anwender über alltägliche Fragen, aber auch über spezielle Themen austauschen.

Computerforen gibt es schon fast solange wie das Internet existiert. Selbst in Zeiten von Akustikkopplern, die den PC auf Basis geringer Bandbreiten mit dem Internet verbanden, tauschten sich Anwender in Diskussionsforen zu bestimmten Themen aus, die sie gerade beschäftigten. Heute gibt es Millionen solcher digitalen Treffpunkte, und jeder hat seine ganz spezielle Berechtigung. SONA Knowledge Base zeigt, was es damit auf sich hat und wie die sozialen Medien ein wichtiger Teil dieser Communities geworden sind.

Wie alles anfing: Compuserve und seine Special Interest Groups

Anfang der 80er Jahre - etwa zehn Jahre nach seiner Gründung - entstanden beim US-amerikanischen Internetdienstanbieter Compuserve die ersten Internetforen, die sich Special Interest Groups nannten. Das waren "schwarze Bretter", auf denen sich Compuserve-Kunden zu beliebigen Themen austauschen konnten. Das betraf zu Anfang nicht nur Computerfragen, sondern umfasste auch allgemeine Themen wie Medien und Reisen. Eine der bekanntesten Computergrafik-Konferenzen, die SIGGRAPH, entstand aus einem dieser Compuserve-Foren.

Zu jedem Thema gibt es unzählige Internetforen

Egal, zu welchem (Computer)thema man eine Frage hat: Es gibt mittlerweile zu jedem noch so speziellen Fachgebiet sein eigenes Forum, auf denen teilweise tausende von Anwendern ihr Wissen teilen. Hierfür wird solch ein schwarzes Brett meistens in zahlreiche Kategorien unterteilt, in denen zu jedem Unterthema Fragen gestellt werden können. Moderatoren übernehmen dabei die Aufgabe einer übergeordneten Instanz, die vor allem darauf achtet, dass die Forenregeln eingehalten werden. Dazu gehört vor allem das Beachten der sogenannten Netiquette, einem Verhaltenskatalog, an den sich alle Forenmitglieder zu halten haben. Die Moderatoren achten aber auch darauf, dass einzelne Themen nicht immer wieder neu besprochen werden und erstellen daher sogenannte FAQs, also Beiträge, in denen häufig gestellte Fragen ausführlich beantwortet werden.

Firmen betreiben ebenfalls ihre eigenen Foren

Was auf "privater" Ebene funktioniert, scheint auch für professionelle Zwecke geeignet zu sein. Aus diesem Grund betreiben viele Firmen ihre eigenen Foren, um dort die drängendsten Fragen ihrer Kunden entweder von den Kunden selbst beantworten zu lassen oder die ganz kniffligen Fälle selbst zu lösen. Das funktioniert meist sehr gut und hat oft zwei interessante Nebeneffekte zur Folge: Zum einen entsteht aus den häufigsten Fragen und Antworten eine sogenannte Knowledge Base, also eine themenspezifische Datenbank, in der Anwender nach ihren Fragen und den dazu passenden Antworten suchen können. Was zum zweiten ein reduziertes Supportaufkommen bedeutet, da nicht jedes "Problemchen" mit einem Anruf bei der Supporthotline gelöst werden muss.

Wie Facebook und Twitter Forenaufgaben übernehmen

Die Telekom und die Deutschen Bahn machen es vor: Was ursprünglich den Anwenderforen vorbehalten war, findet nach und nach auch auf sozialen Kanälen statt. So hilft beispielsweise der Twitter-Kanal "Telekom_hilft" schnell und unbürokratisch bei Fragen und Problemen rund um die Deutsche Telekom. Und falls es mit der Bahnverbindung einmal klemmt, können sich Reisende direkt an das Social-Media-Team der Deutschen Bahn wenden, das den nächstbesten Zug heraussucht. Doch nicht nur die professionellen Auftritte aller großer Firmen helfen bei spezifischen Fragen, sondern auch die Anwender selbst unterstützen sich auf Facebook und Co. Damit haben die sozialen Medien schon längst einen Teil der Forenaufgaben übernommen.

Dazu passende Shop-Kategorien

Kommentare